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14. August 2020

Die vielen positiven Eigenschaften von Kindern mit ADHS/ADS – Teil 1

Ständig bekommen sie eins drauf, unsere kleinen Chaosmeister und Traummännlein:

„Ach Gott, Mike, kannst du nicht aufpassen!? Der rote Saftfleck wird aus dem Sofa nie wieder rausgehen!“  

„Wo sind deine Sportsachen, Svenja, schon wieder in der Schule vergessen? Ich hab doch schon dreimal gesagt, ich muss die endlich mal waschen!“

„Du weißt, Tim, dass das der vierte Klassenbucheintrag in diesem Monat war. Beim nächsten gibt es eine Disziplinarkonferenz!“

Es geht den ganzen lieben Tag so, 7 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr. Denn so sehr unsere von ADHS betroffenen Kinder versuchen sich zusammenzunehmen, aufmerksam zu sein, bei der Sache zu bleiben, weniger zu zappeln und ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten: Es klappt nicht wirklich.

Natürlich verbessern sich sämtliche Symptome und Verhaltensweisen von Jahr zu Jahr, wenn Kinder gut unterstützt und begleitet werden. Aber der Erfolg stellt sich in der Regel so langsam und schleppend ein, dass die Kids das Gefühl haben, sie würden auf der Stelle treten, während Gleichaltrige und nicht selten auch jüngere Geschwister sie in so vielen Dingen überholen.

Nichts würden sich unsere „besonderen“ Kinder oft mehr wünschen, als einfach „normal“ zu sein

… wie sie es selbst immer wieder ausdrücken. Und je älter von ADHS betroffene Kinder werden, desto öfter fragen sie sich, wie sie ihr Erwachsenenleben und vor allem einen Beruf mal schaffen sollen.

Kein Wunder also, wenn Selbstbewusstsein und Selbstwert unserer Kinder oft im Keller sind, rund ein Drittel der Betroffenen unter Depressionen leidet und so manche Mama von ihrem Spross schon gehört hat, er oder sie wäre am liebsten tot.

Was unsere Kids neben einer stabilen und liebevollen Beziehung sowie unserer uneingeschränkten Unterstützung also brauchen, ist vor Augen geführt zu bekommen, welch wunderbare Menschen sie trotz aller Schwierigkeiten sind. Und sie sollten auch wissen, in wie vielen Dingen sie nicht betroffenen Heranwachsenden überlegen sind und welche Chancen das für ihr Leben bietet.

Um euch eine Vorstellung davon zu geben,

Wie man seinem Kind all die positiven ADHS-typischen Eigenschaften vermitteln kann

... hier ein Auszug aus „Schon wieder hat Max …“.

Zur Vorgeschichte

Max‘ Eltern kommen gerade vom abschließenden Gespräch mit der Psychologin nach Hause und seit einer halben Stunde ist es amtlich: Max hat wie vermutet ADHS. Nun überlegen die Eltern, wie sie Max die Diagnose schonend beibringen können und haben die Idee, der unerfreulichen Botschaft den schmerzenden Stachel von „Ich bin nicht richtig“ zu nehmen, indem sie Max all die positiven Dinge, die ADHS mit sich bringt, vor Augen halten.

12. August, Mum


Frau Dr. Mannheimer hat heute im Abschlussgespräch natürlich bestätigt, dass Max ADHS hat. Ich weiß gar nicht, ob ich erleichtert oder doch verzweifelt sein soll. Einerseits haben wir nun eine Erklärung dafür, dass Max so völlig anders als andere Kinder ist und sein recht anstrengendes Verhalten offenbar nicht an gravierenden Erziehungsfehlern unsererseits liegt. Andererseits ist nun besiegelt, dass er eine „Störung“ hat.

Wobei Letzteres für Harald und mich ja völlig egal ist, denn Eltern lieben ihr Kind genau so, wie es ist. Für uns ist es ohnehin „nur“ eine Störung seines Gehirnstoffwechsels, die wir entkoppelt von seiner wunderbaren Person sehen. Aber Max könnte es zu schaffen machen, definitiv zu wissen, dass in seinem Oberstübchen manches anders läuft als bei anderen. Seine Aussagen der letzten Wochen in diese Richtung haben uns gezeigt, dass die Diagnose für ihn eine Belastung ist. Weil er „einfach normal sein will“, wie er gestern meinte.

Daher sind Harald und ich heute allein zu Dr. Mannheimer gefahren, um uns auf dem Heimweg absprechen zu können, wie wir Max beibringen, was er lieber nicht hören will. Leicht war’s nicht, aber wir haben ihm eben genau das gesagt: dass wir ihn lieben, ob mit oder ohne andere Verschaltungen im Gehirn.

„Wenn’s nur andere Verschaltungen wären, aber bei mir sind es ja immer Kurzschlüsse!“, kam es zurück. „Außerdem ist klar, dass ihr mich mögt – ihr seid meine Eltern. Aber was werden die in der Schule sagen? Und meine Freunde?!“

Harald und ich haben ihm erklärt, dass es nur die Lehrer zu wissen brauchen. Wenn er die Befürchtung hat, von Klassenkameraden und Freunden kein Verständnis zu bekommen, soll er die Diagnose vorerst für sich behalten.

Dann haben wir versucht, ihm klar zu machen, dass ADHS auch viel Positives mit sich bringt. „Überleg doch mal, was du alles hast und kannst, wo du überall einen Vorsprung hast und einfach besser bist, als Kinder ohne ADHS“, sagte Harald. „Du hast unheimlich viel Energie. Für die Schule ist das zwar nicht so vorteilhaft, aber wenn’s im richtigen Leben mal um Durchhaltevermögen geht, hast du da fast unendliche Reserven.“

Skeptischer Blick.

„Wenn du dich wo reinfuchst, bist du einfach unschlagbar“, fuhr Harald fort. „Du musst dich zwar bei Dingen, die dich nicht interessieren, oft mal ein Stück weit mehr anstrengen als andere, aber wenn du was kannst oder irgendwas so richtig deins ist, kommt kein anderer an dich ran.“

„Und was, bitte, soll das sein?“, fragte er kleinlaut.

„Nun, da fallen mir gleich mehrere Dinge ein“, antwortete Harald. „Du hast die Kraft eines Bären, obwohl du noch nicht mal ganz zwölf bist. Du rennst schneller, springst höher und wirfst weiter als Jungs, die um vieles älter sind …“

„Aber Dad, was soll das bringen?“, unterbrach Max. „Ich kann ja wohl kaum mal Schnellläufer, Hochspringer oder Weitwerfer werden!“

„Das nicht, aber möglicherweise wirst du mal in irgendeiner Disziplin oder Sportart so gut, dass du Profisportler wirst, gutes Geld dabei verdienst und vor allem genau das machst, was dir Spaß macht: dich bewegen. Oder du wirst Fitnesstrainer oder Sportlehrer. Für jede Begabung gibt es Jobs. Und die Antwort, die du mir gerade eben gegeben hast, zeigt schon wieder ein Talent: Du bist unheimlich redegewandt und schlagfertig. Dazu fallen mir auch gleich ein paar Berufe ein: Reporter, Anwalt, Moderator ...“

„Die letzten drei kannst du gleich mal streichen, Dad, denn da weiß ich schon, dass man dafür nach dem Abi noch mal wohin zum Lernen muss. Und wie’s aussieht, schaff ich schon das Gymnasium nicht.“

„Das werden wir alles noch sehen“, warf ich ein. „Mit entsprechenden Therapien könnte das in der Schule schon bald ganz anders laufen.“

„Mum, das Problem in der Schule ist ja nicht nur das Lernen. Es ist auch das Stillsitzen, und ganz schlimm ist all der Mist, der halt immer wieder passiert. Ich schaff es einfach nicht, den Rand zu halten oder auch nur mal zwei Stunden lang keinen Blödsinn zu machen. Am vorletzten Schultag hat Mersad zum Beispiel gefragt, ob er aufs Klo darf, und irgendein kleines Teufelchen in mir musste ihn fragen, ob all die Zimtschnecken vom Kiosk denn schon wieder rauskriechen wollen.

Klar haben alle gelacht, aber Mersad war’s super peinlich, Herr Rank hat einen absolut unnötigen Klassenbucheintrag gemacht – einen Tag vor Schulschluss, Alter! – und ich hab mich später gefragt, was das eigentlich sollte. Ich meine, obwohl Mersad und ich uns immer wieder in den Haaren liegen, war es im Grunde echt fies. Seine Mum ist wie die von Felix: Stopft ihn so voll, dass er schon aussieht wie ein Teletubby und seine Speckrollen würde er eh am liebsten in der Biotonne entsorgen. Also sag mir mal, warum ich dann immer wieder so unnötige Meldungen schiebe!“

„Ist schon richtig“, sagte ich. „Nett ist was anderes, aber trotzdem zeigt genau das Beispiel schon wieder zwei andere positive Dinge: Du denkst wenigstens hinterher über dein Handeln und deine Aussagen nach und siehst ein, dass es nicht in Ordnung war. Weil du ein Mensch mit einem riesengroßen Herz bist. Einer, mit dem halt immer wieder die Pferde durchgehen, der aber trotzdem ganz und gar wundervoll ist und auch ein gutes Gespür dafür hat, wie es anderen geht, was sie fühlen.“

„Womit wir bei der nächsten Besonderheit von Menschen mit ADHS wären“, sagte Harald. „Sie sind unheimlich mitfühlend und können sich gut in andere reindenken – Frau Dr. Mannheimer würde sagen, sie sind ‚empathisch‘.“

„Und was soll ich dann werden? Empathiker?“

Ich musste mich zusammenreißen, um nicht laut loszulachen.

„In den Stellenanzeigen wirst du das nicht finden“, sagte Harald. „Aber Menschen mit diesen Fähigkeiten sind besonders geeignet für Berufe wie Psychologe, Therapeut, Coach, Sozialarbeiter und Ähnliches. Und wenn wir schon beim Reinfühlen in andere sind, fällt mir noch etwas ein, in dem Menschen mit ADHS normalerweise so richtig gut sind: Leute durchschauen. Du sagst doch selbst immer, dass man dir nichts vormachen kann. Du hast feine Antennen und weißt immer gleich, was andere denken, worauf sie hinauswollen, was echt und authentisch ist und was gespielt.

Das ist eine Gabe, die im Leben unheimlich wertvoll ist, weil sie hilft, sich vor Menschen zu schützen, die es nicht ehrlich mit einem meinen und man so eher wirkliche Freunde findet. Es schützt vor Verletzungen.“

Endlich etwas, das bei Max ankam, denn obwohl er mit vielen Altersgenossen immer wieder zusammenkracht, hat er drei wirklich gute und sehr liebe Freunde: Felix, Leo und Mike. Felix kennt er ja schon seit der Kita und „beschützt“ ihn wie eine Löwin ihr Junges, weil der immer wieder wegen seines starken Übergewichtes gehänselt wird. Leo ist auch ein wirklich netter Junge und mit Mike ist er schon fast drei Jahre befreundet – seit der in der Wohngemeinschaft für sozial auffällige Jugendliche zwei Straßen weiter wohnt. Und obwohl Mike einmal mehr als ein halbes Jahr in einer anderen Einrichtung verbracht hat, hat Max ihm „die Treue gehalten“ und sich wie Bolle gefreut, als der Junge vor ein paar Wochen endlich wieder hier in seine alte WG gezogen ist.

Gerade die Freundschaften mit Felix und Mike zeigen ein weiteres wunderbares Persönlichkeitsmerkmal von ADHSlern: ihre extreme soziale Ader. Mike hat mehrere Defizite, doch Max scheint die meisten davon gar nicht richtig wahrzunehmen und mit den anderen kann er echt gut umgehen. Wenn Mike – der nicht gerade der Sportlichste ist – zum Beispiel bei einem Fußballmatch unter Jungs in unserer Siedlung zehn Mal aufs Tor schießt und davon zehn Mal nicht trifft, hat Max immer wieder aufmunternden Worte für ihn: „Alles cool, Alter, is halt heute nicht dein Tag“ oder: „Völlig egal, geht um keinen Pokal, Mann.“

Harald dürfte gerade dasselbe gedacht haben wie ich, denn er meinte: „Denk mal an Mike und Felix. Das sind einfach zwei wirklich tolle Jungs, die immer zu dir halten – und du zu ihnen. Und auch wenn Mike ein paar Baustellen hat und Felix das Opfer in eurer Klasse zu sein scheint, stehst du zu den beiden.“

„Oder auch vielleicht gerade deshalb“, ergänzte ich.

„Denn – und hier sind wir schon wieder bei ein paar bemerkenswerten Eigenschaften von ADHSlern – du bist loyal und treu deinen Freunden gegenüber und hast offenbar gemerkt, dass es für die beiden nicht so leicht ist, Freunde zu finden. Sie haben dir leidgetan, also hast du dich ihrer angenommen. Das zeigt, wie sozial du bist: Jemandem geht es nicht so gut, du erkennst es und tust was dagegen.

Das sind schon wieder zwei Dinge, die dich im Leben weiterbringen und vor allem glücklich machen“, sagte Harald.
 „Wir haben jetzt nur von Jobs geredet. Aber in Wahrheit geht es um mehr im Leben. Klar muss man seine Rechnungen, die Miete und den Einkauf bezahlen können. Aber das allein macht ja nicht glücklich. Das bringt zwar einen Platz zum Wohnen und einen vollen Bauch, aber für ein erfülltes Leben braucht es mehr.

Dazu gehören vor allem Menschen, die zu einem stehen, auf die man sich verlassen kann, die einen lieben und mit denen man Zeit verbringen will. Und zum Glücklichsein braucht es auch Anerkennung für herzensgutes Verhalten. Natürlich will man seine Leistungen anerkannt wissen, aber am wichtigsten ist, dass man als Mensch geschätzt wird und dafür hast du die allerbesten Voraussetzungen – und die werden teilweise auch durch Persönlichkeitsmerkmale geschaffen, die die ungeliebten vier Buchstaben mit sich bringen.“

„Ja schon, Dad, klingt alles super, aber trotzdem läuft’s in der Schule gar nicht gut und grade dort wär’s besser, ich hätte nicht nur ‚sozial‘ was drauf, wie ihr beiden das nennt, sondern auch leistungsmäßig. Ich muss mich tausend Mal mehr anstrengen als die anderen. Während meine Klassenkameraden zwei Stunden lernen, um eine Eins zu bekommen, muss ich drei Nachmittage büffeln und hab dann doch nur ’ne Zwei oder Drei. Und in Mathe kann ich froh sein, wenn ich nicht durchfalle. Ich hab einfach nix in der Birne und mein Verdacht ist, dass das auch was mit der ADHS zu tun hat, schon allein deshalb, weil ich mich null konzentrieren kann.“

„Also ganz so, wie du das hier beschreibst, ist es nicht. Klar hilft gute Konzentration beim Zuhören und Lernen. Und wenn man viel davon hat, geht natürlich in kürzerer Zeit mehr Stoff in den Kopf. Aber da sind wir wieder bei dem, was wir vorher schon besprochen haben: ADHSler sind eben bei Dingen, die sie nicht wirklich interessieren, nicht besonders gut. Aber wenn sie an etwas Interesse haben, können sie sich so sehr reinsteigern, dass ihnen die anderen nur noch in den Auspuff gucken.

Wenn du mich fragst, ist das ziemlich schlau. Besser seine ganze Energie in etwas investieren, das einen interessiert und in dem man gut ist, um die anderen zu überflügeln, als in etwas, wo man weiß, das wird nicht viel bringen. So was nennt man ressourceneffizient vorgehen.“

„Erzähl das mal dem Mathelehrer. Dem wär am liebsten, ich würd alle meine Risursen oder wie das heißt in meine Mathe-Bücher stecken. Wenn ich mal erwachsen bin, kann ich mir schon vorstellen, dass es besser ist, mich auf das zu konzentrieren, was ich gut kann, aber in der Schule geht das nun mal nicht.“

Ich überlegte mir, Max zu erklären, dass es wunderbare Therapien gibt, die die Konzentration fördern, wodurch sich auch Max‘ schulische Leistungen deutlich bessern würden – dumm ist er ja nicht. Und dass es auch noch die Möglichkeit von Medikamenten gibt, die ihn den schulischen Alltag ebenfalls erleichtern könnten. Doch Harald und ich hatten vereinbart, das von Max so ungeliebte Thema heute noch nicht anzusprechen und ihm mal nur zu verklickern, was er eigentlich durch seine ADHS alles gewinnt.

Daher fuhr Harald fort: „Dann bleiben wir mal bei den Jobs, die für dich aufgrund deiner besonderen Fähigkeiten gut passen können. Das ist ja der Punkt, den du jetzt einige Male angesprochen hast, der dir also doch größere Sorgen bereiten dürfte.

Ich kann mir für dich eine Reihe anderer Berufe vorstellen, die du vermutlich lieben würdest: Du hast so einen besonderen Draht zu Tieren. Da gibt es vom Tierpfleger, über den Tierarzt(helfer) bis hin zum Hundesitter oder Pferdewirt ganz vieles, das dich begeistern würde und für das du angeborene Voraussetzungen hast, an die andere auch mit noch so viel Üben nicht rankommen.

Außerdem besitzt du einen wirklich tollen Sinn für Humor. Allein in den letzten 20 Minuten hast du so viel Witziges gesagt – zusammen mit deiner Schlagfertigkeit könnte das mal zum Comedian reichen. Ich kenne einige professionelle Spaßmacher, die öffentlich bekannt gegeben haben, dass sie ADHS haben. Überhaupt gibt es ganz viele berühmte und vor allem erfolgreiche Menschen, die ADHS diagnostiziert bekommen haben: Will Smith, Britney Spears, Jennifer Lopez, Sylvester Stallone, Justin Bieber, Justin Timberlake, … die Liste ist endlos.“

Je länger Harald sprach, desto größer wurden Max’ Augen und desto mehr hatte ich das Gefühl, dass er langsam die Chancen erkannte, die diese Diagnose bieten könnte. Zumindest war nun nicht mehr alles Schwarz in Schwarz.

„Das heißt, ich könnte es mal so richtig zu was bringen. Und zwar so richtig, richtig. Nicht nur so normalen Schulabschluss, normalen Job, normales Leben, sondern sogar noch besser? Obwohl ich momentan mit ‚normal‘ mehr als zufrieden wäre.“

„Genau das bedeutet es“, antwortete ich. „Aber darüber reden wir ein anderes Mal, denn ich muss morgen schon um 4:30 Uhr aufstehen, und möchte nur noch unter die Dusche und ins Bett. Morgen lese ich dir dann mehr zu all dem vor, was wir gerade besprochen haben, in Ordnung?“

Was nur die halbe Wahrheit war, denn ich wollte, nachdem Max nun einigermaßen beruhigt wirkte, ganz schnell noch mal all die positiven Seiten von ADHS nachlesen, um die Diagnose für unser Kind weiter zu entschärfen. Ich habe zwar schon vor einigen Monaten einiges darüber in all den Büchern gefunden, aber vieles davon hab ich ja schon wieder vergessen. Und es ist jetzt wirklich wichtig, Max noch mehr Mut machen zu können.

Davon könnte ich nach der Diagnose von heute allerdings auch eine gehörige Portion brauchen.

Ihr seht also …

... all das, was ihr bisher gehört habt, sind bei Weitem nicht alle positiven ADHS-typischen Eigenschaften. Nächste Woche geht es deshalb mit Teil 2 zu diesem umfangreichen Thema weiter.

In der Zwischenzeit würde mich interessieren, inwieweit ihr euer Kind in diesem Blog wiedererkannt habt und über welche positiven Seiten ihr von eurem Sonnenschein berichten könnt.

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  • Liebe Anna,
    ich erkenne mein Kind hier zu 100% wieder.
    Schon mit seinen 7 Jahren ist er so empathisch, hat einen großen Gerechtigkeitssinn, kennt seine Stärken und Schwächen sehr gut, ist schon jetzt ein großer Verfechter der Diskussion und Argumentation…….nur statt Sport, liegt eine weitere große Stärke in seiner Phantasie.
    Er könnte mal Kinderbuchautor werden oder Science-Fiction-Bücher schreiben.

    Es ist tut mir immer so gut solchen Beiträge wie diesen zu lesen um mir immer und immer wieder bewusst zu machen wie wichtig es ist die positiven Seiten zu erwähnen und darin zu bestärken.

    Vielen Dank für deine Mühe.

    LG
    Katja

    • Liebe Katja, so schön, dass du so viele tolle Eigenschaften bei deinem Kind entdecken kannst. D.h., es ist nicht nur toll, dass er sie hat, sondern auch wie bewusst du sie wahrnimmst. Denn erst dann kann man da als Mama einhaken und fördern ♥.

      Und vielen, vielen Dank für deine lieben Worte zu meinen Beiträgen. Ich freu mich immer so sehr, wenn ich Rückmeldungen wie deine bekomme und das gibt mir dann Kraft und Energie so weiterzumachen. 🙂 ♥

  • Liebe Anna,
    genau auf den Punkt gebracht!
    Mein Sohn ist sehr einfühlsam, hilft immer anderen schwächeren Kindern. Für mich ist er wie ein kleiner Ritter. Das sind Eigenschaften, die ich sehr schätze und die ich ihm vermittelt habe. Doch leider bekommt man dafür keine Noten in der Schule.
    Trotz sehr schlechten Noten bin ich sehr glücklich, dass Elias diese positiven Eigenschaften hat.
    Würde mich freuen mehr von solchen Themen zu lesen.

    Liebe Grüße
    Sabine

    • Liebe Sabine,
      freut mich, dass dein Sohn so viele positive Eigenschaften hat und v.a. dass sie ihm noch nicht “verloren gegangen sind”. Denn genau das passiert bei Kindern, die immer und immer wieder runtergemacht werden und irgendwann mal zu mauern beginnen oder sogar asozial werden, um sich zu schützen. … So schön zu hören, dass er sich diese wunderbaren Eigenschaften bewahren konnte! ♥

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